Kanada ist so riesig, dass es nicht die eine beste Reisezeit gibt – es hängt ganz davon ab, was Sie sehen möchten und welche Region Sie wählen. Ein Winter, der in einer Provinz herrliche Skipisten und Polarlichter beschert, ist dieselbe Jahreszeit, die andernorts Bergstraßen sperrt und Seen zufrieren lässt. Hier erfahren Sie, was Sie im Jahresverlauf erwartet.
Sommer (Juni bis August): die Hauptsaison
Der Sommer ist die beliebteste Zeit für eine Kanadareise, und das zu Recht. Die Tage sind lang und warm, die Nationalparks vollständig geöffnet, und die Städte sind voller Festivals. Es ist die Zeit für Wanderungen in den Rockies, Kanufahrten auf smaragdgrünen Seen und Roadtrips entlang des Icefields Parkway. An den Küsten von British Columbia, Québec und den Atlantikprovinzen ist der Sommer die Hauptsaison zur Walbeobachtung, wenn Buckelwale, Zwergwale und Belugas nahe an die Küste kommen. Rechnen Sie mit höheren Preisen und Andrang an den berühmten Orten – buchen Sie Unterkünfte und Inlandsflüge früh. Im Süden erreichen die Temperaturen oft 25 bis 30 Grad Celsius.
Herbst (September bis Oktober): golden und ruhig
Viele erfahrene Reisende halten den Herbst für die schönste Zeit, um Zentral- und Ostkanada zu erkunden. Die Ahornwälder von Ontario und Québec färben sich in leuchtendem Rot, Orange und Gold – ein Schauspiel, das man als Indian Summer kennt. Die Sommermassen lichten sich, die Preise sinken, und das Wetter bleibt angenehm kühl. Fahren Sie durch die Laurentinischen Berge, die Gatineau-Hügel oder den Algonquin Provincial Park für die schönsten Farben, deren Höhepunkt meist von Ende September bis Mitte Oktober reicht. Der Herbst eignet sich auch wunderbar für Städtereisen nach Montréal, Toronto und Ottawa.
Winter (Dezember bis März): Schnee, Ski und Polarlicht
Kanadische Winter sind lang und können bitterkalt sein, besonders im Landesinneren, wo die Temperaturen weit unter minus 20 Grad fallen können. Doch der Winter hat seinen eigenen Zauber. Whistler, Banff, Lake Louise und Mont-Tremblant bieten Ski und Snowboard von Weltklasse. In Québec-Stadt füllt der berühmte Winterkarneval die Straßen mit Eisskulpturen, nächtlichen Umzügen und dem Schneemann-Maskottchen Bonhomme. Und im Norden ist dies die beste Zeit, um den Polarlichtern nachzujagen, vor allem in Yellowknife und im Yukon, deren klare, dunkle Winterhimmel zu den schönsten Aurora-Schauspielen der Welt zählen. Kleiden Sie sich in warmen Schichten und stellen Sie sich auf kurze Tage ein.
Frühling (April bis Mai): die ruhige Nebensaison
Der Frühling ist eine Übergangszeit und die unberechenbarste Jahreszeit. Der Schnee schmilzt, die Flüsse schwellen an, und die Landschaft ergrünt langsam. In den Bergen bleiben viele hohe Wege bis in den Juni verschneit, und einige Parkeinrichtungen sind noch geschlossen. Doch der Frühling belohnt: weniger Touristen, niedrigere Preise, blühende Kirschbäume in Vancouver und die Rückkehr von Zugvögeln und Walen an die Küsten. Eine gute Zeit für Städtereisen und Erkundungen in tieferen Lagen – packen Sie jedoch für wechselhaftes Wetter.
Regionale Unterschiede
Da sich Kanada über sechs Zeitzonen erstreckt, kann sich derselbe Monat im Land wie unterschiedliche Jahreszeiten anfühlen. Die Pazifikküste um Vancouver ist die mildeste Region, mit feuchten, aber selten frostigen Wintern und kühlen Sommern. Die Prärien und Zentralkanada haben heiße Sommer und eisige Winter. Die Atlantikprovinzen werden vom Meer geprägt, mit spät einsetzenden Frühlingen und prächtigen, farbenfrohen Herbsten. Stimmen Sie Ihre Reisezeit stets auf die Region ab, die Sie erkunden möchten.
Auf der Jagd nach dem Polarlicht
Wenn das Polarlicht Ihr Traum ist, zielen Sie auf die Monate vom Spätherbst bis zum Winter, etwa September bis März, wenn die Nächte lang und dunkel sind. Fahren Sie nach Norden – in die Nordwest-Territorien, in den Yukon oder ins nördliche Manitoba, fern der Stadtlichter – und planen Sie mehrere Nächte ein, um Ihre Chancen zu erhöhen. Kalter, klarer Himmel und hohe Sonnenaktivität erzeugen die eindrucksvollsten Erscheinungen.
Packen und Vorbereitung
Unabhängig von der Jahreszeit gilt in Kanada die goldene Regel, sich in Schichten zu kleiden, denn die Temperaturen können zwischen Tag und Nacht und vom Tal zum Gipfel stark schwanken. Im Winter gehören ein gut isolierter Mantel, thermische Unterwäsche, wasserdichte Stiefel, Handschuhe und eine Mütze ins Gepäck, und unterschätzen Sie niemals die Windkälte in den Prärien oder im Norden. Im Sommer packen Sie für warme Tage, aber kühle Abende, dazu Insektenschutz für Wälder und Seen, wo im Juni und Juli Mücken und Kriebelmücken häufig sind. Sonnencreme ist ganzjährig wichtig, besonders auf Schnee und in der Höhe. Frühzeitiges Buchen ist in der sommerlichen Hochsaison und an langen Wochenenden unerlässlich, wenn beliebte Lodges und Inlandsflüge schnell ausverkauft sind.
Ein Festivalkalender
Die Reise auf ein Festival abzustimmen, schenkt eine besondere Erinnerung. Der Sommer bringt das Montreal International Jazz Festival und die Calgary Stampede; der Herbst füllt den Osten mit Ernte- und Laubfesten; der Winter bietet den Winterkarneval von Québec und Schlittschuhfeste in Ottawa; und der Frühling erhellt Vancouver mit Kirschblüten. Stimmen Sie Ihre Route auf Jahreszeit, Region und die Ereignisse ab, die Ihnen am Herzen liegen, und Kanada wird Sie in jedem Monat belohnen.