Kanada zählt beständig zu den sichersten Ländern der Welt. Die Kriminalität ist niedrig, die Städte sind sauber und gut organisiert, und die Einheimischen sind für ihre Hilfsbereitschaft bekannt. Die wahren Gefahren gehen hier nicht von Menschen aus, sondern von der Natur: kraftvolle Wildtiere, harte Winter und Entfernungen, die so groß sind, dass man stundenlang fahren kann, ohne eine Tankstelle zu sehen. Mit ein wenig Vorbereitung sollte nichts davon Ihre Reise trüben. Hier ist, was jeder Besucher wissen sollte.
Wildtiere: Achtung vor den wilden Nachbarn
Bären
Sowohl Schwarzbären als auch Grizzlybären (grizzly bear) leben in weiten Teilen Kanadas, und Begegnungen sind in National- und Provinzparks möglich. Die goldene Regel heißt Abstand: Nähern Sie sich einem Bären niemals, füttern Sie ihn nicht und drängen Sie ihn nicht ein. Wenn Sie im Bärenland wandern, tragen Sie Bärenspray bei sich und wissen Sie, wie man es benutzt, machen Sie beim Gehen Geräusche, um ein Tier nicht zu überraschen, und gehen Sie in Gruppen. Bewahren Sie alle Lebensmittel, Abfälle und duftenden Gegenstände in bärensicheren Boxen oder im Fahrzeug auf, niemals im Zelt. Auf Bergstraßen bilden sich sogenannte Bärenstaus, wenn Autofahrer anhalten, um Bären aus der Nähe zu fotografieren; das ist für Mensch und Tier gefährlich, bleiben Sie also im Fahrzeug und fahren Sie weiter.
Elche und andere Tiere auf den Straßen
Elche sind riesig und werden auf Landstraßen häufig angefahren, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung und nach Einbruch der Dunkelheit. Ein Zusammenstoß mit einem Elch kann wegen seiner Höhe und seines Gewichts tödlich sein. Fahren Sie in ausgewiesenen Wildzonen langsamer, beobachten Sie die Straßenränder und seien Sie nachts besonders vorsichtig. Halten Sie zu allen großen Tieren Abstand; selbst Wapitis und Bisons können angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen.
Extreme Kälte im Winter
Kanadische Winter können hart sein, in vielen Regionen fallen die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt, und der Windchill lässt es noch kälter erscheinen. Erfrierungen können an ungeschützter Haut innerhalb von Minuten auftreten, und Unterkühlung ist ein echtes Risiko. Ziehen Sie sich in Schichten an, bedecken Sie Kopf, Hände und Gesicht und wählen Sie isoliertes, wasserdichtes Schuhwerk. Prüfen Sie vor dem Aufbruch Vorhersage und Windchill, begrenzen Sie bei extremer Kälte die Zeit im Freien und achten Sie auf Taubheit oder blasse, harte Hautstellen. Wenn Sie im Winter fahren, führen Sie eine Decke, zusätzliche Kleidung, Proviant und ein voll geladenes Telefon mit, falls Sie liegen bleiben.
Riesige Distanzen und Fahren in der Abgeschiedenheit
Kanada ist das zweitgrößte Land der Erde, und außerhalb der Städte führen die Straßen durch gewaltige Weiten aus Wald, Prärie und Gebirge. Tanken Sie vor einer langen Fahrt voll, wann immer Sie können, denn Tankstellen können Hunderte von Kilometern auseinanderliegen. Der Mobilfunkempfang verschwindet in vielen abgelegenen Gebieten, laden Sie also Offline-Karten herunter, teilen Sie jemandem Ihre Route und die voraussichtliche Ankunftszeit mit und führen Sie Wasser, Snacks und eine einfache Notfallausrüstung mit. Wenn Ihr Fahrzeug an einem einsamen Ort liegen bleibt, ist es meist am sichersten, bei ihm zu bleiben.
Waldbrände im Sommer
In heißen, trockenen Sommern können Waldbrände Teile West- und Nordkanadas betreffen, mitunter Straßen sperren und ganze Regionen in Rauch hüllen. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen und etwaige Feuerverbote, bevor Sie in bewaldete oder abgelegene Gebiete reisen, befolgen Sie alle Einschränkungen für Lagerfeuer und leisten Sie Evakuierungsanordnungen sofort Folge. Rauch kann die Luftqualität weit entfernt von den Flammen beeinträchtigen; Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten daher die örtlichen Hinweise verfolgen.
Insekten, Wasser und Unterkühlung
Im späten Frühjahr und im Sommer können Kriebelmücken und Stechmücken intensiv sein, besonders in Wäldern und in Gewässernähe. Nehmen Sie Insektenschutzmittel mit, tragen Sie lange Ärmel und verwenden Sie in den schlimmsten Gebieten ein Kopfnetz. Kanadas Seen und Flüsse sind wunderschön, aber selbst im Sommer oft schockierend kalt; ein plötzliches Untertauchen kann einen Kälteschock und Unterkühlung auslösen. Tragen Sie beim Bootfahren eine Schwimmweste, schwimmen Sie nicht allein in abgelegenen Gewässern und wärmen Sie sich rasch auf, wenn Sie kalt und nass werden.
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen und Notfälle
In Städten genügt gewöhnlicher gesunder Menschenverstand: Behalten Sie Ihre Sachen im Blick, seien Sie in Ausgehvierteln aufmerksam und schließen Sie Ihr Fahrzeug ab. Eine Reiseversicherung wird dringend empfohlen, da die Gesundheitsversorgung für Besucher nicht kostenlos ist. Die Notrufnummer in ganz Kanada ist 911, die Sie mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst verbindet; sie funktioniert auf Englisch und auf Französisch. Speichern Sie sie, wissen Sie, wo Sie sind, und Sie können dieses großartige Land mit Zuversicht erkunden.