Kanada ist das zweitgrößte Land der Erde, und seine schiere Größe ist das Wichtigste, was man vor der Reiseplanung verstehen sollte. Die Entfernung von Vancouver nach Toronto entspricht ungefähr der Durchquerung ganz Europas, und die Fahrt von Küste zu Küste dauert fast eine Woche. Die richtige Kombination der Verkehrsmittel für jede Etappe spart Zeit, Geld und Nerven.
Inlandsflüge sind bei großen Entfernungen unverzichtbar
Für jede Reise, die mehr als eine Provinz durchquert, ist das Flugzeug meist die einzige sinnvolle Option. Die beiden dominierenden Fluggesellschaften sind Air Canada und WestJet mit weitreichenden Netzen, die die großen Drehkreuze Toronto, Montreal, Calgary und Vancouver verbinden. Billigflieger wie Flair oder Lynx kommen und gehen, prüfen Sie daher bei der Buchung die aktuellen Verbindungen.
Buchen Sie lange im Voraus für die besten Preise, besonders im Sommer und um die Feiertage. Flüge in den hohen Norden, etwa in den Yukon oder nach Nunavut, sind teuer, weil es schlicht keinen konkurrierenden Landverkehr gibt. Regeln für Handgepäck und Gebühren für aufgegebenes Gepäck unterscheiden sich je nach Airline und Tarifklasse, lesen Sie das Kleingedruckte, bevor Sie zahlen.
VIA Rail: landschaftlich reizvoll, aber langsam
Das Personenschienennetz wird von VIA Rail betrieben. Die Vorzeigestrecke „The Canadian" verkehrt in vier Tagen zwischen Toronto und Vancouver und durchquert die Prärien und die Rocky Mountains. Es ist eine der großen Zugreisen der Welt, mit verglasten Aussichtswagen und weiten Blicken über die Wildnis.
Stellen Sie Ihre Erwartungen richtig ein: Die Bahn ist hier ein Erlebnis, kein Tempowunder. Der Canadian ist langsamer und oft teurer als das Flugzeug und kann Verspätung haben, weil Güterzüge auf den Gleisen Vorrang haben. Im viel befahrenen Korridor Québec–Windsor dagegen sind Züge deutlich praktischer und häufiger, sodass die Bahn eine wirklich gute Wahl für Fahrten zwischen Montreal, Ottawa und Toronto ist.
Mietwagen und Roadtrips
Um Regionen wie die Rockies, die Atlantikprovinzen oder Vancouver Island zu erkunden, bietet ein Mietwagen die größte Freiheit. Denken Sie daran, dass man in Kanada rechts fährt, genau wie in den USA und in weiten Teilen Europas. Die Entfernungen zwischen Orten können gewaltig sein, tanken Sie also, wann immer es geht, und führen Sie Wasser und Snacks mit.
Winterliches Fahren verlangt Respekt. In vielen Provinzen, vor allem in British Columbia und Québec, sind Winterreifen auf Bergstraßen etwa von Oktober bis April gesetzlich vorgeschrieben oder dringend empfohlen. Schnee, Glatteis und lange Abschnitte ohne Serviceangebote machen gute Vorbereitung entscheidend. Prüfen Sie vor der Abfahrt die Straßenverhältnisse und unterschätzen Sie nie, wie schnell das Wetter in den Bergen umschlägt.
Nahverkehr in den Städten
Kanadas große Städte haben soliden öffentlichen Verkehr, mit dem man ganz auf ein Auto verzichten kann.
- Toronto: Die TTC betreibt U-Bahn, Straßenbahnen und Busse; ein Einzelticket oder Tagespass deckt das Netz ab.
- Vancouver: Der SkyTrain ist eine schnelle, fahrerlose Bahn, die Innenstadt, Flughafen und Vororte verbindet.
- Montreal: Die Metro ist sauber, im Winter warm und erreicht die meisten für Reisende interessanten Viertel.
In jeder Stadt ist eine aufladbare Chipkarte (Presto in Toronto, Compass in Vancouver, OPUS in Montreal) die einfachste Zahlungsart, und Tages- oder Mehrtagespässe sparen Geld, wenn Sie oft fahren.
Fähren und das fehlende Busnetz
An der Westküste verbindet BC Ferries das Festland mit Vancouver Island, den Gulf Islands und abgelegenen Küstengemeinden. Die Überfahrt Tsawwassen–Swartz Bay nach Victoria ist ein landschaftliches Highlight, und in der Hochsaison lässt sich der Wagen vorab buchen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Eine wichtige Lücke: Nach dem Rückzug von Greyhound aus Kanada gibt es kein günstiges landesweites Fernbusnetz. Regionale Anbieter bedienen einige Strecken, doch die Abdeckung ist lückenhaft und bei Weitem nicht flächendeckend. Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie wie anderswo einfach in einen Billigbus zwischen weit entfernten Städten steigen können, planen Sie für lange Strecken Flüge oder die Bahn ein.
Vom Flughafen ins Zentrum
Die großen Flughäfen sind gut angebunden. In Toronto erreicht der UP-Express-Zug die Innenstadt in etwa 25 Minuten. In Vancouver fährt die Canada Line des SkyTrain direkt vom Flughafen ins Zentrum. Montreal setzt auf häufige Expressbusse, ergänzt durch eine wachsende Bahnverbindung. Diese Nahverkehrsverbindungen sind fast immer günstiger als Taxi oder Fahrdienst und im Verkehr oft schneller. Ein kurzer Hinweis zur Etikette: Taxi- und Fahrdienstfahrer erwarten ein Trinkgeld von rund 15 bis 20 %, planen Sie es im Budget ein.